BVG-Eintrittsschwelle: die drei Grenzwerte 2026
Die berufliche Vorsorge arbeitet mit drei Beträgen, die jedes Jahr vom Bundesrat festgelegt werden. Alle drei beziehen sich auf den Jahreslohn beim selben Arbeitgeber.
| Grenzwert | Pro Jahr | Pro Monat | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Eintrittsschwelle | CHF 22’680 | CHF 1’890 | Ab hier ist die Pensionskasse obligatorisch |
| Koordinationsabzug | CHF 26’460 | CHF 2’205 | Wird vom Lohn abgezogen, bevor versichert wird |
| Oberer Grenzlohn | CHF 90’720 | CHF 7’560 | Bis hier gilt das Obligatorium |
Daraus ergibt sich der maximal koordinierte Lohn: CHF 90’720 minus CHF 26’460 gleich CHF 64’260 pro Jahr oder CHF 5’355 pro Monat. Mehr als dieser Betrag ist im Obligatorium nie versichert, egal wie hoch der Lohn ist.
Ab wann die Pensionskasse greift
Die Eintrittsschwelle entscheidet, ob überhaupt versichert wird. Liegt der Jahreslohn beim Arbeitgeber unter CHF 22’680, entfällt das Obligatorium; der Rechner zeigt dann in den BVG-Zeilen null. Bei einem Bruttolohn von CHF 1’800 pro Monat (CHF 21’600 im Jahr) fallen nur AHV/IV/EO, ALV und Unfall an, aber keine Pensionskassenbeiträge.
Für Contractors im Payrolling ist diese Frage in der Praxis schnell beantwortet. Bei Stundensätzen für IT-, Projekt- und Beratungsmandate ist die Schwelle schon mit wenigen Einsatztagen pro Monat überschritten. Relevant wird sie bei sehr kleinen Pensen oder bei kurzen Einsätzen; wie der Jahreslohn in solchen Fällen bestimmt wird, regelt das Reglement der Pensionskasse. Beim Payrolling zählt immer der Lohn beim Verleiher, nicht der Umsatz beim Kunden.
Wie der koordinierte Lohn entsteht
Im Obligatorium wird nicht der ganze Lohn versichert. Vom Bruttolohn, begrenzt auf CHF 90’720, wird der Koordinationsabzug abgezogen. Was bleibt, ist der koordinierte Lohn. Drei Beispiele aus dem Lohnrechner, Paket Grade 1, 35 bis 44 Jahre, Pensum 100 Prozent:
| Bruttolohn pro Monat | Koordinierter Lohn | Sparbeitrag je Seite (5 %) |
|---|---|---|
| CHF 1’800 | CHF 0 (unter Eintrittsschwelle) | CHF 0 |
| CHF 5’000 | CHF 2’795 | CHF 139.75 |
| CHF 10’000 | CHF 5’355 (Maximum) | CHF 267.75 |
Bei CHF 5’000 Bruttolohn werden nur CHF 2’795 versichert, also gut die Hälfte. Bei CHF 10’000 sind es CHF 5’355, der Rest liegt über dem Grenzlohn. Der Risikobeitrag von je 0.6 Prozent wird auf derselben Basis berechnet: CHF 16.77 bei CHF 5’000, CHF 32.13 ab CHF 7’560 Bruttolohn. Wer den Begriff genauer nachlesen will: Koordinationsabzug im Lexikon.
Sparbeiträge nach Alter: Gesetz und Pakete
Das Gesetz schreibt im Obligatorium altersabhängige Altersgutschriften vor. Pensionskassen und Arbeitgeber dürfen mehr versichern, nicht weniger.
| Alter | BVG-Obligatorium (total) | Grade 1 (AN / AG) | Grade 9 (AN / AG) |
|---|---|---|---|
| 25 bis 34 | 7 % | 3.5 % / 3.5 % | 0 % / 6 % bis 30, danach 0 % / 20 % |
| 35 bis 44 | 10 % | 5 % / 5 % | 0 % / 20 % |
| 45 bis 54 | 15 % | 7.5 % / 7.5 % | 0 % / 20 % |
| 55 bis 65 | 18 % | 9 % / 9 % | 0 % / 20 % |
Der Unterschied liegt nicht nur im Satz, sondern in der Basis: Grade 1 rechnet auf dem koordinierten Lohn, Grade 4 und Grade 9 auf dem gesamten Jahresbruttolohn. Bei einem Bruttolohn von CHF 8’000 im Monat spart Grade 1 je CHF 267.75 pro Seite, Grade 4 je CHF 800, Grade 9 CHF 1’600 allein vom Arbeitgeber. Die Pakete im Detail stehen unter Versicherungspakete.
Teilzeit und wechselnde Pensen
Der Koordinationsabzug ist ein fixer Betrag. Bei Teilzeit trifft er deshalb besonders hart: Wer 50 Prozent arbeitet und CHF 5’000 verdient, hätte mit dem vollen Abzug nur CHF 2’795 versichert, obwohl der Vollzeitlohn CHF 10’000 betragen würde. Im Paket Grade 1 von RM Payroll wird der Koordinationsabzug deshalb im Verhältnis zum Pensum reduziert: Bei 50 Prozent sind CHF 3’897.50 versichert, der Sparbeitrag beträgt je CHF 194.90; die Risikoleistungen in Grade 4 berücksichtigen Teilzeit nicht, Grade 9 versichert den gesamten Bruttolohn. Für Contractors mit schwankenden Stunden lohnt sich der Vergleich der Pakete im Lohnrechner, weil sich Pensum und versicherter Lohn monatlich verändern können.
Was über dem Obligatorium zählt
Für die meisten Contractors liegt der Bruttolohn über CHF 90’720 im Jahr. Dann entscheidet nicht das Gesetz, sondern das Paket, wie viel gespart wird. Drei Kennzahlen helfen beim Vergleich:
- Mindestzins: 1.25 Prozent gilt nur für das Obligatorium. Profond, die Pensionskasse von RM Payroll, verzinste 2024 mit 8 Prozent. Die Verzinsung des überobligatorischen Guthabens legt jede Kasse selbst fest.
- Umwandlungssatz: 6.8 Prozent im Obligatorium. Im Überobligatorium dürfen Kassen tiefere Sätze anwenden, heute oft 5 Prozent oder weniger. Die Seite Umwandlungssatz 2026 erklärt, was «umhüllend» bedeutet.
- Versicherter Lohn: koordinierter Lohn oder ganzer Bruttolohn. Bei rund CHF 18’600 Bruttolohn werden im Grade 1 CHF 5’355 versichert, in Grade 4 und 9 der ganze Betrag.
Was eine Pensionskasse mit 8 Prozent Zins gegenüber dem Mindestzins ausmacht, zeigt der Zinsrechner auf der Seite Pensionskasse Profond.
Versicherten Lohn selbst berechnen
Ob Sie über der Eintrittsschwelle liegen und wie hoch Ihr koordinierter Lohn ist, hängt von Bruttolohn und Pensum ab. Der Lohnrechner zeigt beide Werte für jedes Paket, zusammen mit Spar- und Risikobeitrag auf beiden Seiten. Für Einkäufe und Freizügigkeit bei wechselnden Einsätzen lesen Sie weiter unter Pensionskasse als Contractor.
Quellen
Zahlen, Sätze und Rechtsaussagen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Rechenbeispiele und Sätze 2026 basieren auf dem Lohnrechner von RM Payroll; alles andere auf den genannten Gesetzen, Behörden und Verbänden. Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026.