Für Contractors

Pensionskasse als Contractor: Einkauf, Freizügigkeit und Paketwahl

Ein Einkauf in die Pensionskasse schliesst Lücken aus Jahren ohne oder mit tiefem BVG-Sparen, wie sie bei Contractors häufig sind. Beim Payrolling sind Sie bei Profond versichert und entscheiden mit dem Paket, ob Sie nur auf dem koordinierten Lohn oder auf dem ganzen Bruttolohn bis 20 Prozent ansparen.

Pensionskasse-Einkauf: Was er bringt und wann er möglich ist

Ein Einkauf ist eine freiwillige Einmalzahlung in die eigene Pensionskasse. Er erhöht das Altersguthaben, aus dem später die Rente berechnet wird, und schliesst Lücken, die durch Jahre ohne Anstellung, durch Teilzeit, durch Lohnsprünge oder durch Phasen als Selbstständiger entstanden sind. Genau diese Lücken sind bei Contractors häufig: Wer einige Jahre über eine eigene Firma gearbeitet und dabei nur das Minimum oder gar nichts in die zweite Säule einbezahlt hat, liegt deutlich unter dem Guthaben, das bei seinem heutigen Lohn reglementarisch möglich wäre.

Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Erstens brauchen Sie eine Pensionskasse, bei der Sie versichert sind; beim Payrolling ist das die Kasse des Verleihers, bei RM Payroll Profond. Zweitens muss eine Einkaufslücke bestehen; die Kasse weist den maximal möglichen Einkauf auf dem Vorsorgeausweis aus. Drittens sollten Freizügigkeitsguthaben aus früheren Anstellungen zuerst übertragen sein, weil sie den Einkaufsspielraum verkleinern.

Einkäufe sind in der Regel vom steuerbaren Einkommen abziehbar; zugleich gelten Sperrfristen, bevor eingekauftes Kapital wieder bezogen werden kann. Beides hängt von Ihrer Situation ab und gehört vor einer grösseren Zahlung mit der Kasse und der Steuerbehörde geklärt. Welche Abzüge in der Steuererklärung sonst möglich sind, steht unter Steuererklärung als Payrolling-Angestellter.

Zuerst das Paket, dann der Einkauf

Beim Payrolling entscheidet das Versicherungspaket, wie viel monatlich in die Pensionskasse fliesst. RM Payroll bietet drei Pakete bei derselben Kasse:

PaketVersicherter LohnSparbeitrag 35 bis 44 JahreWer zahlt
Grade 1Koordinierter BVG-Lohn10 % (5 % / 5 %)hälftig
Grade 4Gesamter Bruttolohn20 % (10 % / 10 %)hälftig
Grade 9Gesamter Bruttolohn20 % (0 % / 20 %)Arbeitgeber

Im Paket Grade 1 ist nur der koordinierte Lohn versichert: Vom Jahreslohn wird der Koordinationsabzug von CHF 26’460 abgezogen, versichert ist höchstens der Teil bis CHF 90’720. Der maximal koordinierte Lohn beträgt damit CHF 64’260 pro Jahr oder CHF 5’355 pro Monat. Wer CHF 200’000 verdient, spart in Grade 1 auf demselben Lohn wie jemand mit CHF 90’720. Das ist die grösste Vorsorgelücke, die ein Contractor mit hohem Satz haben kann, und sie entsteht nicht durch eine Pause, sondern durch die Paketwahl.

Grade 4 und 9 heben diese Grenze auf: Der gesamte Bruttolohn ist versichert. Ab 31 Jahren sind die Sparbeiträge dort nicht mehr altersabhängig. In Grade 1 steigen sie mit dem Alter von je 3.5 Prozent (25 bis 30) auf je 9 Prozent (55 bis 65). Die Risikoprämie beträgt in Grade 1 je 0.6 Prozent auf dem koordinierten Lohn und in Grade 4 je 0.9 Prozent; in Grade 9 trägt sie der Arbeitgeber mit 1.8 Prozent auf dem ganzen Bruttolohn allein. Alle Pakete im Detail stehen unter Versicherungspakete.

Rechenbeispiel: Was die Pakete pro Monat ansparen

Ausgangslage aus dem Lohnrechner: Stundensatz CHF 120, 100 Prozent Pensum mit 182 verrechenbaren Stunden im Monat, Mann, 35 bis 44 Jahre, Branche Büro, 5 Wochen Ferien. Werte gerundet.

PaketBruttolohnSparbeitrag total pro MonatNetto vor Steuern
Grade 118’614536 (268 + 268)17’101
Grade 417’2623’452 (1’726 + 1’726)14’346
Grade 915’7063’141 (0 + 3’141)14’647

Der Wechsel von Grade 1 auf Grade 4 kostet rund CHF 2’750 Netto pro Monat und bringt rund CHF 2’920 mehr Sparbeitrag. Grade 9 liegt beim Netto über Grade 4, weil Sie keinen eigenen Sparbeitrag und keine Risikoprämie zahlen; der Arbeitgeber finanziert 20 Prozent auf dem ganzen Lohn aus den All-in-Lohnkosten. Über ein Jahr sind das in Grade 9 rund CHF 37’700 Sparkapital gegenüber rund CHF 6’400 in Grade 1, bei gleichem Stundensatz.

Für die Einkaufsfrage heisst das: Wer in Grade 4 oder 9 spart, baut die Lücke laufend ab und braucht weniger Einkauf. Wer Grade 1 wählt, um das Netto zu maximieren, sollte den Einkauf bewusst als Ausgleich planen.

Freizügigkeit: Guthaben mitnehmen

Contractors wechseln häufiger den Arbeitgeber als Festangestellte, und mit jedem Wechsel wandert das Altersguthaben. Der Ablauf beim Payrolling über RM Payroll:

  1. Eintritt. Sie werden auf Basis des erwarteten Lohns bei Profond angemeldet, per Einsatzende oder Jahresende wird auf den effektiven Lohn korrigiert. Beitragspflichtig sind Sie bei einem AHV-Jahreslohn über CHF 22’680.
  2. Übertrag. Freizügigkeitsguthaben aus früheren Anstellungen oder von einem Freizügigkeitskonto zahlen Sie an Profond ein. Den Einzahlungsschein erstellen Sie selbst im Profond-Portal.
  3. Laufende Anstellung. Zwischen zwei Mandaten bleibt die Anstellung bei RM Payroll bestehen, wenn der Anschluss über RM IT nahtlos ist; dann bleibt auch das Guthaben in derselben Kasse. Wie das funktioniert, steht unter Anschluss nach dem Contract.
  4. Austritt. Die Austrittsleistung geht an die Kasse des neuen Arbeitgebers oder auf ein Freizügigkeitskonto. Die Zahlungsadresse melden Sie direkt bei Profond.

Ein Guthaben auf einem Freizügigkeitskonto bleibt zwar erhalten, aber es wächst nur mit dem dortigen Zins und ist nicht mehr Teil einer Kasse mit Risikoleistungen. Übertragen Sie es deshalb nach jedem Mandat in die aktive Kasse.

Verzinsung und Umwandlungssatz: Was aus dem Guthaben wird

Zwei Werte bestimmen, was aus Einkauf und Sparbeiträgen am Ende wird. Der erste ist die Verzinsung: Profond schrieb 2024 8 Prozent gut, der BVG-Mindestzins liegt bei 1.25 Prozent. Auf CHF 100’000 Guthaben sind das CHF 8’000 statt CHF 1’250 in einem Jahr. Der zweite ist der Umwandlungssatz, mit dem das Guthaben in eine Rente umgerechnet wird: Im Obligatorium gelten 6.8 Prozent, im Überobligatorium legen die Kassen den Satz frei fest, heute meist bei 5 Prozent oder weniger. Für Jahrgänge 1961 bis 1966 bietet RM Payroll 2026 einen umhüllenden Satz von 6.8 Prozent über ein Payrolling-Mandat von mindestens vier Monaten; die Bedingungen stehen unter Umwandlungssatz 2026.

Für einen Einkauf bedeutet das: Je besser die Kasse verzinst und je höher der Umwandlungssatz auf dem überobligatorischen Teil, desto mehr Rente pro eingekauftem Franken. Prüfen Sie beide Werte, bevor Sie einen grossen Betrag in eine Kasse einzahlen, die Sie beim nächsten Mandat wieder verlassen.

Checkliste vor dem Einkauf

  • Vorsorgeausweis anfordern und den maximal möglichen Einkauf ablesen.
  • Alle Freizügigkeitsguthaben zuerst in die aktuelle Kasse übertragen.
  • Paket prüfen: Deckt Grade 4 oder 9 die Lücke laufend, oder bleibt Grade 1 mit Einkauf die bessere Kombination?
  • Steuerliche Behandlung und Sperrfrist mit Kasse und Steuerbehörde klären.
  • Verzinsung und Umwandlungssatz der Kasse mit dem Mindestzins von 1.25 Prozent und den 6.8 Prozent des Obligatoriums vergleichen.
  • Zivilstandsänderungen melden: Hinterbliebenenrente und Vorsorgeausgleich hängen davon ab.

Vorsorge mit dem nächsten Mandat regeln

Die Pensionskasse ist beim Payrolling Teil der Anstellung: Mit der Registrierung bei RM Payroll wählen Sie das Paket, die Anmeldung bei Profond läuft automatisch, und den Beitragsausweis für die Steuern laden Sie jedes Jahr im Portal herunter. Was die Kasse leistet und wie die Risikoleistungen je Paket aussehen, steht unter Pensionskasse Profond.

Quellen

Zahlen, Sätze und Rechtsaussagen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Rechenbeispiele und Sätze 2026 basieren auf dem Lohnrechner von RM Payroll; alles andere auf den genannten Gesetzen, Behörden und Verbänden. Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026.

  1. BSV, Berufliche Vorsorge: Grenzbeträge und Mindestzins (bsv.admin.ch)
  2. Profond Vorsorgeeinrichtung (Verzinsung 2024) (profond.ch)
  3. Versicherungspakete RM Payroll (Sparbeiträge Grade 1/4/9)

Häufige Fragen

Für Contractors: kurz beantwortet.

Wann kann ich mich in die Pensionskasse einkaufen?

Sobald Sie bei einer Kasse versichert sind und eine Vorsorgelücke besteht: Ihr tatsächliches Guthaben liegt unter dem Betrag, der bei Ihrem aktuellen Lohn und Alter reglementarisch möglich wäre. Den maximal möglichen Einkauf weist die Kasse auf dem Vorsorgeausweis aus. Beim Payrolling über RM Payroll melden wir Sie bei Profond an; den Einkauf regeln Sie direkt mit der Kasse.

Was passiert mit meinem Freizügigkeitsguthaben beim Start als Contractor?

Guthaben aus früheren Anstellungen übertragen Sie an die neue Kasse, bei RM Payroll an Profond. Den Einzahlungsschein erstellen Sie selbst im Profond-Portal. Beim Austritt geht die Austrittsleistung an die Kasse des nächsten Arbeitgebers oder auf ein Freizügigkeitskonto; die Zahlungsadresse melden Sie direkt bei Profond.

Ist ein höherer Sparbeitrag besser als ein Einkauf?

Es sind zwei Hebel, die sich ergänzen. Der Sparbeitrag läuft monatlich und ist bei Grade 9 vollständig vom Arbeitgeber finanziert, der Einkauf ist eine einmalige Zahlung aus Ihrem Vermögen. Bei CHF 120 pro Stunde bringt Grade 4 gegenüber Grade 1 rund CHF 2'920 mehr Sparbeitrag pro Monat, bei rund CHF 2'750 weniger Netto.

Wie wird mein Guthaben bei Profond verzinst?

Profond verzinste die Altersguthaben 2024 mit 8 Prozent, der gesetzliche BVG-Mindestzins liegt bei 1.25 Prozent. Auf CHF 100'000 Guthaben sind das CHF 8'000 statt CHF 1'250 in einem Jahr. Die Verzinsung wird jährlich festgelegt und ist keine Garantie für die Folgejahre.

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