Für Contractors

Krankentaggeld für Contractors: Die Lücke, die Freelancer übersehen

Ein Contractor ohne Krankentaggeld verdient bei Krankheit nichts: Keine Stunden, kein Umsatz. Mit einer Krankentaggeldversicherung über den Payrolling-Arbeitgeber erhalten Sie 80 oder 90 Prozent des Lohns während bis zu 720 Tagen, nach 2 Karenztagen.

Krankentaggeld für Contractors: Warum die Lücke entsteht

Wer als Contractor über eine eigene GmbH oder als Einzelfirma arbeitet, verrechnet Stunden. Fällt eine Woche Grippe an, fehlen die Stunden auf der Rechnung. Fällt eine Operation mit drei Monaten Erholung an, fehlt ein Quartal. Eine Krankentaggeldversicherung muss sich ein Selbstständiger selbst suchen, und viele verschieben das, bis es zu spät ist.

Angestellte haben zwei Schutzschichten. Die erste ist gesetzlich: Nach OR Art. 324a muss der Arbeitgeber den Lohn bei Krankheit weiterzahlen, im ersten Dienstjahr für 3 Wochen, danach gestaffelt nach Dienstjahren gemäss Zürcher, Berner oder Basler Skala. Für ein mehrmonatiges Mandat ist das wenig. Die zweite Schicht ist das Krankentaggeld (KTG), eine Versicherung, die gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, im GAV Personalverleih aber verlangt wird. Beim Payrolling sind Sie Angestellte des Verleihers und damit über dessen Krankentaggeld versichert.

Was ein Krankentaggeld leistet

Die Eckwerte des Krankentaggelds bei RM Payroll, versichert bei der Zürich Versicherung:

LeistungGrade 1 und 4Grade 9
Lohnabdeckung80 %90 %
Wartezeit (unbezahlt)2 Tage pro Fall2 Tage pro Fall
Versicherungsdauer720 Tage720 Tage
Versicherter Lohngesamter Jahresbruttolohngesamter Jahresbruttolohn
Leistung bei Geburt80 % für 14 Wochen90 % für 16 Wochen

Zwei Punkte sind für Contractors wichtig. Erstens ist der gesamte Bruttolohn versichert, nicht nur ein Teil bis zu einer Obergrenze. Bei Löhnen weit über dem GAV-Schwellenwert von CHF 148’200 ist das der entscheidende Unterschied zu einer Lösung, die nur das Obligatorium abdeckt. Zweitens gilt die Leistung 720 Tage pro Fall. Eine lange Krankheit ist damit über fast zwei Jahre abgedeckt, auch wenn das Mandat beim Kunden längst beendet ist.

Die Wartezeit von 2 Tagen bedeutet: Die ersten zwei Krankheitstage pro Fall sind unbezahlt, ab dem dritten Tag läuft das Taggeld. Bei vielen Versicherungen liegt die Karenzfrist bei 3 Tagen.

Rechenbeispiel: Krankheit bei CHF 120 pro Stunde

Ausgangslage aus dem Lohnrechner: Stundensatz CHF 120, 100 Prozent Pensum mit 182 verrechenbaren Stunden im Monat, Mann, 35 bis 44 Jahre, Branche Büro, 5 Wochen Ferien, Paket Grade 1. Der Bruttolohn beträgt rund CHF 18’614 pro Monat, der Nettolohn vor Steuern rund CHF 17’101.

SituationEinkommen pro Monat
Gesund, voller MonatBruttolohn 18’614
Krank, Krankentaggeld 80 % (Grade 1)14’891
Krank, ohne KTG, nach Ablauf von OR Art. 324a0
Krank, als Selbstständiger ohne Versicherung0

Der Arbeitgeberbeitrag für diesen Schutz liegt bei 1.7 Prozent des Bruttolohns, im Beispiel rund CHF 316 pro Monat; für Frauen beträgt der Satz 2.45 Prozent. Bei RM Payroll geht dieser Betrag von den All-in-Lohnkosten ab, bevor der Bruttolohn berechnet wird, und erscheint nicht als Abzug auf Ihrer Lohnabrechnung. Im Paket Grade 9 beträgt die Lohnabdeckung 90 Prozent; weil dort auch der Sparbeitrag der Pensionskasse vollständig vom Arbeitgeber finanziert wird, ist der Bruttolohn bei gleichem Stundensatz mit rund CHF 15’706 tiefer, das Taggeld läge bei rund CHF 14’135. Die KTG-Prämie beträgt in Grade 9 1.8 Prozent bei Männern und 2.8 Prozent bei Frauen.

Wer die Prämie zahlt, entscheidet über Ihr Netto

Die Sätze für AHV/IV/EO und ALV sind bei allen Anbietern gleich. Beim Krankentaggeld nicht: Prämie, Lohnabdeckung, Karenzfrist und vor allem die Aufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterscheiden sich. Im Kostenvergleich vom März 2025 rechnete ein Mitbewerber 3.2 Prozent KTG, je zur Hälfte Arbeitgeber und Arbeitnehmer; RM Payroll rechnet 1.7 Prozent (Männer) beziehungsweise 2.45 Prozent (Frauen), vollständig vom Arbeitgeber getragen. Pro CHF 100 Kundenpreis erschienen beim Mitbewerber CHF 1.42 KTG als Abzug auf der Arbeitnehmerseite, bei RM Payroll CHF 0.

Beim Bruttolohn von CHF 18’614 aus dem Beispiel macht die hälftige Teilung einer Prämie von 1.7 Prozent rund CHF 160 Netto pro Monat aus. Das ist bei einem Angebotsvergleich fast so viel wie eine Gebührendifferenz von einem Franken pro Stunde, die bei 182 Stunden rund CHF 182 pro Monat ausmacht. Wie Sie Angebote insgesamt vergleichen, steht unter Payrolling-Kosten.

Unfall ist nicht Krankheit

Unfälle laufen über die obligatorische Unfallversicherung nach UVG, bei RM Payroll über die SUVA mit Zusatz bei der Zürich Versicherung. Das Taggeld beträgt 80 Prozent ab dem 3. Tag; die ersten 3 Tage zahlt der Arbeitgeber. Berufsunfall finanziert der Arbeitgeber nach SUVA-Branche, im Büro mit 0.1092 Prozent, dazu die UVG-Zusatzversicherung mit 0.4 Prozent (Grade 9: 0.6 Prozent). Nichtberufsunfall tragen Sie, im Büro mit 0.73 Prozent vom Bruttolohn bis CHF 148’200 pro Jahr. Der maximal versicherte UVG-Verdienst liegt bei CHF 148’200 pro Jahr; Löhne darüber deckt RM Payroll mit einer Überschussversicherung. Im Paket Grade 9 steigt die Lohnabdeckung auf 90 Prozent, und die Spitalpflege ist privat statt Standard.

Für die Praxis heisst das: Ob Sie nach einem Skiunfall oder nach einer Grippe ausfallen, ist versicherungstechnisch ein Unterschied, finanziell dank KTG und UVG aber in beiden Fällen abgedeckt.

Worauf Sie im Vertrag achten

  1. Versicherter Lohn. Steht «gesamter Bruttolohn» im Vertrag oder nur ein Teil bis zu einer Grenze?
  2. Lohnabdeckung und Dauer. 80 oder 90 Prozent, und wie viele Tage pro Fall? 720 Tage sind der Wert, mit dem Sie vergleichen sollten.
  3. Karenzfrist. 2 Tage sind besser als 3; bei kurzen, häufigen Ausfällen summiert sich das.
  4. Prämienteilung. Vollständig Arbeitgeber, hälftig oder vollständig Arbeitnehmer? Lassen Sie sich die Zeile auf einer Musterabrechnung zeigen.
  5. Mutterschaft. Die EO zahlt 14 Wochen zu 80 Prozent, höchstens CHF 220 pro Tag. Bei hohen Löhnen deckt das wenig; die RM-Pakete zahlen 80 Prozent des vollen Salärs für 14 Wochen (Grade 1 und 4) oder 90 Prozent für 16 Wochen (Grade 9).
  6. Fortbestand nach Mandatsende. Läuft das Taggeld weiter, wenn der Einsatz während der Krankheit endet? Bei RM Payroll ja, bis zu 720 Tage pro Fall.

Den Schutz mit dem Mandat regeln

Das Krankentaggeld ist beim Payrolling kein Zusatzprodukt, sondern Teil der Anstellung: Mit der Registrierung und dem Arbeitsvertrag sind Sie versichert, ohne Gesundheitsfragen an eine eigene Versicherung und ohne separate Police. Welche Leistungen welches Paket umfasst, zeigt die Übersicht unter Versicherungspakete; wie die Anstellung abläuft, steht unter Payrolling für Contractors.

Quellen

Zahlen, Sätze und Rechtsaussagen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Rechenbeispiele und Sätze 2026 basieren auf dem Lohnrechner von RM Payroll; alles andere auf den genannten Gesetzen, Behörden und Verbänden. Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026.

  1. OR Art. 324a (Lohnfortzahlung bei Verhinderung) (fedlex.admin.ch)
  2. GAV Personalverleih (Krankentaggeld) (tempservice.ch)
  3. Versicherungspakete RM Payroll (Zürich Versicherung, SUVA)

Häufige Fragen

Für Contractors: kurz beantwortet.

Ist eine Krankentaggeldversicherung in der Schweiz obligatorisch?

Nein, gesetzlich nicht. Ohne Versicherung gilt die Lohnfortzahlung nach OR Art. 324a: im ersten Dienstjahr 3 Wochen, danach nach der Zürcher, Berner oder Basler Skala. Im GAV Personalverleih ist ein Krankentaggeld jedoch vorgeschrieben. Bei RM Payroll sind alle Angestellten versichert, auch über dem GAV-Schwellenwert.

Wie lange zahlt das Krankentaggeld?

Bei RM Payroll während 720 Tagen pro Fall, nach einer Wartezeit von 2 Tagen. Die Lohnabdeckung beträgt 80 Prozent in den Paketen Grade 1 und 4 und 90 Prozent im Paket Grade 9. Versichert ist der gesamte Jahresbruttolohn, nicht nur ein Teil davon.

Wer bezahlt die Prämie für das Krankentaggeld?

Das hängt vom Anbieter ab. Bei RM Payroll trägt der Arbeitgeber die Prämie vollständig: 1.7 Prozent bei Männern und 2.45 Prozent bei Frauen, im Paket Grade 9 1.8 und 2.8 Prozent. Andere Anbieter teilen sie hälftig oder belasten sie ganz dem Arbeitnehmer. Bei einem Bruttolohn von CHF 18'614 macht die hälftige Teilung von 1.7 Prozent rund CHF 160 Netto pro Monat aus.

Was gilt bei Unfall statt Krankheit?

Unfälle sind über die obligatorische Unfallversicherung (UVG) gedeckt: Taggeld 80 Prozent ab dem 3. Tag, die ersten 3 Tage zahlt der Arbeitgeber. Bei RM Payroll liegt die Lohnabdeckung je nach Paket bei 80 oder 90 Prozent, und Löhne über CHF 148'200 sind über eine Überschussversicherung gedeckt.

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