Stundensatz als IT-Contractor: fünf Posten, die der Satz deckt
Ein Stundensatz im Contracting ist kein Stundenlohn. Er ist der Betrag, den der Kunde pro freigegebene Stunde an den Verleiher zahlt, und aus ihm wird alles finanziert, was bei einer Festanstellung der Arbeitgeber zusätzlich trägt. Bevor Sie eine Zahl nennen, sollten Sie wissen, welche fünf Posten darin stecken:
- Payrolling-Gebühr. Bei RM Payroll CHF 6 pro Einsatzstunde oder 4 Prozent vom Verrechnungsbetrag, offen ausgewiesen. Sie geht vom Kundensatz ab, bevor der Bruttolohn entsteht.
- Arbeitgeberbeiträge. AHV/IV/EO 5.3 Prozent, ALV 1.1 Prozent bis CHF 148’200 Jahreslohn, Familienausgleichskasse (kantonal 1.25 bis 2.7 Prozent, bei RM Payroll fix FAK Zürich 1.25 Prozent), Berufsunfall nach SUVA-Branche (Büro 0.1092 Prozent), UVG-Zusatzversicherung 0.4 Prozent, Krankentaggeld 1.7 Prozent bei Männern und 2.45 Prozent bei Frauen, AHV-Verwaltungskosten 0.303 Prozent, Berufsbildungsbeitrag 0.1 Prozent und der Arbeitgeberanteil der Pensionskasse.
- Arbeitnehmerbeiträge. AHV/IV/EO 5.3 Prozent, ALV 1.1 Prozent, Nichtberufsunfall nach SUVA-Branche (Büro 0.73 Prozent) und Ihr Anteil an der Pensionskasse. Sie werden vom Bruttolohn abgezogen.
- Unbezahlte Abwesenheiten. Ferien, Feiertage und Krankheitstage über die Karenzfrist hinaus erzeugen keine verrechenbaren Stunden.
- Leerlauf. Die Zeit zwischen zwei Mandaten, Akquise und Weiterbildung müssen aus den verrechneten Stunden finanziert werden.
Die ersten drei Posten rechnet der Lohnrechner exakt. Die letzten zwei müssen Sie selbst schätzen und in den Satz einbauen.
Rechenbeispiel: CHF 100 bis 130 pro Stunde
Ausgangslage: 100 Prozent Pensum mit 182 verrechenbaren Stunden im Monat (42 Stunden × 52 Wochen ÷ 12), Mann, 35 bis 44 Jahre alt, Branche Büro, 5 Wochen Ferien, Paket Grade 1. Werte gerundet, Sätze 2026 aus dem Lohnrechner.
| Stundensatz | Umsatz | Bruttolohn | Netto vor Steuern |
|---|---|---|---|
| CHF 100 | 18’200 | 15’276 | 13’940 |
| CHF 110 | 20’020 | 16’945 | 15’521 |
| CHF 120 | 21’840 | 18’614 | 17’101 |
| CHF 130 | 23’660 | 20’283 | 18’682 |
Jede Erhöhung um CHF 10 pro Stunde bringt rund CHF 1’580 Netto mehr im Monat. Das sind rund 87 Prozent der zusätzlichen CHF 1’820 Umsatz: Die Gebühr bleibt gleich, der ALV- und der Nichtberufsunfall-Beitrag sind bei diesen Löhnen bereits gedeckelt, und der Sparbeitrag im Paket Grade 1 hängt am koordinierten Lohn, nicht am Satz. Nur AHV/IV/EO, die Unfallprämien des Arbeitgebers, Krankentaggeld und FAK wachsen mit.
Bei CHF 120 pro Stunde verteilt sich der Umsatz von CHF 21’840 so: CHF 1’092 Gebühr (5 Prozent), CHF 2’134 Arbeitgeberbeiträge, CHF 1’513 Arbeitnehmerbeiträge, CHF 17’101 Netto. Vom Kundensatz kommen also rund 78 Prozent an.
Ferien, Feiertage und Leerlauf sind im Satz
Ein Festangestellter mit 4 Wochen Ferien wird für 21.7 Tage pro Monat bezahlt, arbeitet aber nach der Einsatztage-Tabelle des GAV Personalverleih im Schnitt 19.41 Tage. Der GAV drückt das in Zuschlägen aus: 8.33 Prozent Ferien bei 4 Wochen, 10.6 Prozent bei 5 Wochen, 3.2 Prozent für Feiertage, 8.33 Prozent für einen 13. Monatslohn. Zusammen über 20 Prozent, die auf einen Basislohn kommen.
Als Contractor finanzieren Sie diese Zuschläge aus dem eigenen Satz: Der Rechner zieht Ferien- und Feiertagsentschädigung aus dem Stundensatz heraus und weist sie im Bruttolohn aus. Bei 100 Prozent Pensum geht er von 182 verrechenbaren Stunden pro Monat aus (42 Stunden × 52 Wochen ÷ 12); Ferien und Feiertage sind als Zuschläge im Bruttolohn enthalten. In den Wochen, in denen Sie Ferien beziehen, verrechnen Sie dagegen nichts. Wer weniger verrechnet, hat weniger Umsatz. Beispiel bei CHF 120 pro Stunde: 100 Prozent Pensum ergeben rund CHF 17’100 Netto, 90 Prozent (rund 164 Stunden) noch rund CHF 15’300. Der Satz muss also so hoch sein, dass er das Jahr finanziert, nicht nur den vollen Monat. Rechnen Sie mit dem Jahresumsatz aus den realistischen Einsatztagen, nicht mit 12 vollen Monaten.
Der Leerlauf zwischen zwei Mandaten ist die grösste Unbekannte. Wie lange eine Lücke dauert, hängt von Ihrem Profil und vom Markt ab. Bei RM Payroll läuft die Anstellung über RM IT direkt ins nächste Projekt weiter; wie das funktioniert, steht unter Anschluss nach dem Contract. Planen Sie die Lücke trotzdem im Satz ein.
Die Gebühr sinkt im Verhältnis, je höher der Satz
Eine fixe Gebühr pro Stunde verhält sich anders als ein Prozentsatz. CHF 6 pro Stunde sind bei CHF 100 sechs Prozent, bei CHF 120 fünf Prozent, bei CHF 150 vier Prozent des Satzes. Ab einem Stundensatz von rund CHF 150 ist das Fixmodell günstiger als 4 Prozent vom Verrechnungsbetrag. Wer einen hohen Satz verhandelt, profitiert beim Fixmodell doppelt: mehr Umsatz und ein kleinerer Gebührenanteil. Was Anbieter sonst noch verrechnen und wie Sie Angebote vergleichen, steht unter Payrolling-Kosten.
Der Vergleich mit dem Festlohn beim Kunden
Kunden vergleichen Ihren Stundensatz oft mit dem Monatslohn einer internen Stelle. Dieser Vergleich hinkt, weil der Kunde bei einer Festanstellung selbst Arbeitgeberbeiträge zahlt. Der Lohnrechner zeigt es im Arbeitgeber-Modus: Ein Bruttolohn von CHF 12’000 kostet den Arbeitgeber mit Paket Grade 1 rund CHF 13’579 an Lohn und Beiträgen, über Payrolling mit Gebühr rund CHF 14’671 pro Monat.
Umgekehrt entsprechen CHF 120 pro Stunde einem Bruttolohn von rund CHF 18’614 im vollen Monat. Dazu kommt, dass Sie als Contractor keine bezahlten Ferien, keine Feiertage und in der Regel keinen 13. Monatslohn erhalten und das Risiko des Leerlaufs tragen. Argumentieren Sie mit den Gesamtkosten des Kunden pro geleisteter Stunde, nicht mit dem Bruttolohn.
Verhandlungsargumente, die zählen
- Dauer und Pensum. Ein Mandat über zwölf Monate mit 100 Prozent reduziert Ihren Leerlauf. Dafür kann ein tieferer Satz vertretbar sein als für drei Monate mit 60 Prozent.
- Stunden pro Tag. Vereinbaren Sie, wie viele Stunden ein Tag umfasst und ob Mehrstunden verrechnet werden. Der Rechner rechnet wie der GAV mit 8.4 Stunden pro Tag.
- Zahlungsziel des Kunden. Für Sie unerheblich, wenn der Payroller den Lohn unabhängig vom Zahlungseingang zahlt. RM Payroll zahlt 1 bis 3 Tage nach Eingang der freigegebenen Zeiterfassung, ohne Gebühr für Vorfinanzierung oder Ausfallrisiko.
- Versicherungspaket. Der Satz muss den Sparbeitrag finanzieren, den Sie wollen. Grade 9 mit 20 Prozent Sparbeitrag vom Arbeitgeber senkt bei CHF 120 pro Stunde das Netto auf rund CHF 14’650, bringt aber rund CHF 3’140 pro Monat in die Pensionskasse. Die Pakete sind unter Versicherungspakete beschrieben.
- GAV-Schwellenwert. Oberhalb von CHF 62.55 Basislohn pro Stunde entfällt der Weiterbildungs- und Vollzugsbeitrag an den paritätischen Fonds. Für die Lohnnebenkosten spielt das kaum eine Rolle, für den Kunden ist es ein Hinweis darauf, dass Sie als Spezialist und nicht als Temporärkraft eingestuft sind.
Satz vor dem Gespräch durchrechnen
Rechnen Sie den Satz vor der Verhandlung rückwärts: Welches Netto brauchen Sie pro Monat, wie viele Stunden werden Sie realistisch verrechnen, welches Paket wollen Sie? Der Lohnrechner zeigt für jeden Stundensatz Gebühr, Beiträge und Netto nebeneinander. Mit dieser Zahl im Kopf verhandeln Sie über den Satz, nicht über die Gebühr.
Quellen
Zahlen, Sätze und Rechtsaussagen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Rechenbeispiele und Sätze 2026 basieren auf dem Lohnrechner von RM Payroll; alles andere auf den genannten Gesetzen, Behörden und Verbänden. Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026.
- Lohnrechner RM Payroll (Sätze 2026)
- GAV Personalverleih (Ferien, Feiertage, Schwellenwert) (tempservice.ch)
- BSV, Beiträge an AHV/IV/EO und ALV 2026 (bsv.admin.ch)