Tagessatz netto: die Kurzantwort für die Schweiz
Ein Tagessatz ist ein Kundensatz, kein Lohn. Bevor daraus Nettolohn wird, gehen drei Posten ab: die Payrolling-Gebühr, die Arbeitgeberbeiträge an die Sozialversicherungen und Ihre eigenen Arbeitnehmerbeiträge. Bei einem vollen Monat mit 182 verrechneten Stunden (rund 21.7 Einsatztage à 8.4 Stunden) und einem Tagessatz von CHF 1’000 sieht das so aus: Umsatz rund CHF 21’670, Nettolohn vor Steuern rund CHF 16’950. Das sind rund 78 Prozent des Umsatzes.
Diese Quote ist kein Naturgesetz. Sie hängt vom gewählten Versicherungspaket, vom Alter, vom Geschlecht und davon ab, wie viele Tage Sie im Monat tatsächlich verrechnen. Die folgenden Abschnitte zeigen, welcher Faktor wie stark wirkt.
Rechenbeispiel: CHF 1’000 pro Tag
Ausgangslage: Tagessatz CHF 1’000, Tag à 8.4 Stunden, 100 Prozent Pensum mit 182 verrechenbaren Stunden im Monat (rund 21.7 Einsatztage), Mann, 35 bis 44 Jahre alt, Branche Büro, 5 Wochen Ferien, Pensionskassen-Paket Grade 1. Alle Werte gerundet, Sätze 2026 aus dem Lohnrechner.
| Position | CHF pro Monat |
|---|---|
| Umsatz (1’000 × rund 21.7 Tage, 182 h) | 21’667 |
| Payrolling-Gebühr (6 × 182 h) | −1’092 |
| Arbeitgeberbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, FAK, BU, UVG-Zusatz, KTG, VK, Berufsbildung, BVG) | −2’120 |
| Bruttolohn | 18’455 |
| Arbeitnehmerbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, NBU, BVG) | −1’504 |
| Nettolohn vor Steuern | 16’951 |
Die Gebühr von CHF 6 pro Einsatzstunde macht bei diesem Satz 5 Prozent aus. Die Sozialversicherungen und die Pensionskasse auf beiden Seiten kosten zusammen rund CHF 3’620, also knapp 17 Prozent des Umsatzes. Davon entfallen allein auf AHV/IV/EO CHF 978 beim Arbeitgeber und noch einmal CHF 978 bei Ihnen, je 5.3 Prozent des Bruttolohns ohne Obergrenze.
Wie sich der Nettoanteil mit dem Satz verschiebt, zeigt der Vergleich dreier Tagessätze, alles andere gleich:
| Tagessatz | Umsatz | Netto vor Steuern | Anteil |
|---|---|---|---|
| CHF 800 | 17’333 | 13’188 | 76 % |
| CHF 1’000 | 21’667 | 16’951 | 78 % |
| CHF 1’200 | 26’000 | 20’714 | 80 % |
Je höher der Satz, desto höher der Nettoanteil. Der Grund: Die Gebühr ist pro Stunde fix, der ALV-Beitrag und der Nichtberufsunfall-Beitrag enden bei einem Jahreslohn von CHF 148’200, und der Sparbeitrag an die Pensionskasse ist im Paket Grade 1 auf den koordinierten Lohn begrenzt. Diese Posten wachsen nicht mit, nur AHV/IV/EO, FAK, Krankentaggeld und die Unfallprämien des Arbeitgebers tun das.
Vom Tagessatz zum Stundensatz: Tage à 8.4 Stunden
Der Rechner übersetzt den Tagessatz in einen Stundensatz, weil Timesheets in Stunden geführt werden: CHF 1’000 pro Tag sind rund CHF 119 pro Stunde (1’000 ÷ 8.4). Das ist für zwei Situationen wichtig. Erstens zählt bei einem 9-Stunden-Tag die neunte Stunde ebenfalls, wenn der Kunde sie freigibt. Zweitens entspricht ein halber Tag einem halben Tagessatz. Wer mit dem Kunden einen Tagessatz vereinbart, sollte deshalb festhalten, wie viele Stunden ein Tag umfasst und wie Mehrstunden behandelt werden.
Zur Einordnung: Der GAV Personalverleih rechnet mit 42 Wochenstunden, 2’187 Jahresstunden und 21.7 Tagen à 8.4 Stunden pro Monat. Diese Werte definieren das volle Pensum im Personalverleih. Der Rechner geht von denselben 42 Wochenstunden aus: Bei 100 Prozent Pensum sind das 182 verrechenbare Stunden pro Monat (42 Stunden × 52 Wochen ÷ 12) oder rund 21.7 Einsatztage à 8.4 Stunden. Ferien und Feiertage sind als Zuschläge im Bruttolohn enthalten. Das Pensum passen Sie im Rechner an; die Zahl der Ferienwochen ändert nicht die Stunden, sondern die Aufteilung zwischen Basislohn und Ferienentschädigung.
Weniger Einsatztage, weniger Netto: Ferien und Feiertage
Als Contractor verrechnen Sie geleistete Tage. Ferien, Feiertage, Krankheit und Lücken zwischen zwei Mandaten erzeugen keinen Umsatz. Nach der Einsatztage-Tabelle des GAV bleiben bei 4 Wochen Ferien im Jahresdurchschnitt 19.41 Einsatztage pro Monat, bei 5 Wochen 19.01; der Rest der 21.7 Tage sind Ferien und Feiertage. Der Rechner rechnet bei 100 Prozent Pensum mit 182 Stunden oder rund 21.7 Einsatztagen und weist Ferien und Feiertage als Zuschläge im Bruttolohn aus. Monate, in denen Sie tatsächlich weniger Tage verrechnen, bilden Sie über das Pensum ab.
Wer in einem Monat weniger verrechnet, sieht im Rechner über das Pensum, was das am Konto ausmacht, bei gleichem Tagessatz von CHF 1’000:
| Pensum | Verrechnete Stunden | Einsatztage | Umsatz | Netto vor Steuern |
|---|---|---|---|---|
| 100 % | 182 h | 21.7 | 21’667 | 16’951 |
| 80 % | 145.6 h | 17.3 | 17’333 | 13’377 |
| 60 % | 109.2 h | 13 | 13’000 | 9’845 |
Rund vier Einsatztage weniger, etwa durch zusätzliche Ferien oder eine Lücke zwischen zwei Mandaten, kosten also rund CHF 3’570 Netto. Wer den Tagessatz mit dem Monatslohn einer Festanstellung vergleicht, muss das einrechnen: Dort zahlt der Arbeitgeber Ferien und Feiertage zusätzlich, hier finanziert sie der Tagessatz. Der GAV beziffert den Ferienanteil mit 8.33 Prozent bei 4 Wochen und 10.6 Prozent bei 5 Wochen, die Feiertage mit 3.2 Prozent. Der Rechner zieht diese Anteile aus dem Satz heraus und weist sie im Bruttolohn als Ferien- und Feiertagsentschädigung aus, bei CHF 1’000 pro Tag rund CHF 1’770 und CHF 520 pro Monat.
Was den Nettoanteil verschiebt: Paket, Alter, Geschlecht
Drei Einstellungen im Rechner verändern das Ergebnis bei unverändertem Tagessatz:
- Versicherungspaket. Grade 1 versichert den koordinierten Lohn mit dem obligatorischen Minimum und ergibt bei CHF 1’000 pro Tag rund CHF 16’950 Netto. Grade 4 spart auf dem ganzen Bruttolohn, hälftig geteilt: Netto rund CHF 14’220, dafür fliessen rund CHF 3’420 pro Monat in die Pensionskasse. Grade 9 finanziert 20 Prozent Sparbeitrag vollständig über den Arbeitgeber: Netto rund CHF 14’520, Sparbeitrag rund CHF 3’110, ohne Abzug auf Ihrer Seite. Die Pakete sind unter Versicherungspakete beschrieben.
- Alter. Im Paket Grade 1 steigt der Sparbeitrag mit dem Alter von je 3.5 Prozent (25 bis 30) auf je 9 Prozent (55 bis 65). Mit 45 bis 54 Jahren bleiben bei CHF 1’000 pro Tag rund CHF 16’700 statt CHF 16’950.
- Geschlecht. Das Krankentaggeld bezahlt der Arbeitgeber, die Prämie beträgt bei Männern 1.7 Prozent, bei Frauen 2.45 Prozent des Bruttolohns. Weil sie vom All-in-Betrag abgeht, bleiben Frauen bei CHF 1’000 pro Tag rund CHF 16’830 statt CHF 16’950.
Der Kanton spielt dagegen keine Rolle. Die Familienausgleichskasse ist zwar kantonal geregelt, mit Sätzen von 1.25 Prozent in Zürich bis 2.7 Prozent im Jura. Bei RM Payroll gilt aber unabhängig von Einsatz- und Wohnkanton die FAK Zürich mit 1.25 Prozent, dem Sitz der RM Payroll AG.
Netto vor Steuern ist nicht Netto nach Steuern
Der Rechner endet beim Nettolohn vor Steuern. Wer in der Schweiz wohnt und eine Niederlassungsbewilligung C oder den Schweizer Pass hat, versteuert diesen Lohn über die Steuererklärung; Abzüge und Besonderheiten finden Sie unter Steuererklärung als Payrolling-Angestellter. Ausländische Arbeitnehmende ohne Bewilligung C sowie Grenzgänger und Wochenaufenthalter zahlen Quellensteuer, die der Arbeitgeber monatlich vom Lohn abzieht. Ab CHF 120’000 Bruttojahreseinkommen folgt für Ansässige obligatorisch die nachträgliche ordentliche Veranlagung. Details stehen unter Quellensteuer beim Payrolling.
Eigene Werte durchrechnen
Der Weg vom Tagessatz zum Netto ist in jeder Abrechnung derselbe, die Zahlen sind es nicht. Geben Sie Ihren Tagessatz, das erwartete Pensum, Alter, Geschlecht und Paket im Lohnrechner ein. Er zeigt neben dem Netto auch den versicherten Lohn der Pensionskasse und jede einzelne Abzugszeile, so dass Sie zwei Angebote mit demselben Tagessatz direkt vergleichen können.
Quellen
Zahlen, Sätze und Rechtsaussagen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Rechenbeispiele und Sätze 2026 basieren auf dem Lohnrechner von RM Payroll; alles andere auf den genannten Gesetzen, Behörden und Verbänden. Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026.