Payrolling-Wissen

Payrolling für IT-Contractor: So läuft die Anstellung im Projekt

Payrolling für IT-Contractor heisst: Sie bringen das Projekt mit, der Payrolling-Anbieter stellt Sie an und rechnet mit dem Kunden oder der Contracting-Firma ab. Bei IT-Sätzen liegt der Lohn oft über dem GAV-Schwellenwert, was Abrechnung und Vertrag verändert.

Payrolling für IT-Contractor: der Ablauf vom Angebot bis zum Lohn

Ein IT-Contractor arbeitet projektweise bei Kunden, meist über mehrere Monate und oft im Team vor Ort oder remote. Beim Payrolling bringen Sie dieses Projekt mit und lassen sich für die Dauer des Einsatzes beim Payrolling-Anbieter anstellen. Der Anbieter wird Ihr Arbeitgeber, verrechnet Ihre Stunden und zahlt den Lohn. Die Grundlagen, also was Payrolling juristisch ist und welche zwei Verträge dazugehören, erklärt die Seite Was ist Payrolling. Hier geht es um das, was für IT-Projekte spezifisch ist.

Der typische Ablauf in der IT-Branche:

  1. Projekt finden. Direkt beim Endkunden, über eine Contracting-Firma oder über ein Preferred-Supplier-Programm eines Grossunternehmens. Sie verhandeln den Stundensatz oder Tagessatz.
  2. Vertragspartner festlegen. Der Payrolling-Anbieter schliesst den Einsatzvertrag mit der Partei, die Ihre Stunden bezahlt: dem Endkunden oder der Contracting-Firma. Bei RM Payroll bestehen über RM IT Rahmenverträge mit Firmen, die Contracting anbieten.
  3. Registrieren und signieren. Online-Registrierung in rund 5 Minuten, Arbeitsvertrag und Einsatzvertrag werden digital signiert.
  4. Arbeiten und Stunden erfassen. Sie arbeiten wie jede externe Fachkraft im Projekt, erfassen Ihre Stunden und lassen sie freigeben.
  5. Lohn erhalten. Das freigegebene Timesheet kommt ins Portal, der Lohn ist 1 bis 3 Tage später auf dem Konto.

Was bei IT-Sätzen über dem GAV-Schwellenwert gilt

Der GAV Personalverleih gilt für Einsätze bis zu einem Basislohn von CHF 62.55 pro Stunde, ohne Ferien, Feiertage und 13. Monatslohn. Das entspricht CHF 148’200 Jahreslohn. Viele IT-Contractor liegen darüber: Bei RM Payroll verdient rund die Hälfte der verliehenen Mitarbeitenden mehr als den Schwellenwert.

Über der Grenze ändern sich drei Dinge:

ThemaUnter dem GAV-SchwellenwertÜber dem GAV-Schwellenwert
RechtsgrundlageGAV Personalverleih und ORNur OR und Arbeitsvertrag
Kündigungsfristen2 Tage, 7 Tage, dann 1 MonatOR Art. 335c oder Vertrag
Weiterbildungsbeitrag temptrainingJaEntfällt

Was gleich bleibt: AHV/IV/EO mit je 5.3 Prozent, ALV mit je 1.1 Prozent bis CHF 148’200 Jahreslohn, Unfallversicherung, Krankentaggeld und Pensionskasse. Was den Schwellenwert genau ausmacht und wie er hergeleitet wird, steht auf der Seite zum GAV-Schwellenwert.

Ein Detail für hohe Sätze: Die ALV-Beiträge sind auf CHF 148’200 Jahreslohn begrenzt, darüber fällt kein Beitrag an. Löhne über dieser Grenze sind auch bei der Unfallversicherung nicht mehr obligatorisch gedeckt; RM Payroll deckt sie über eine Überschussversicherung.

Rechenbeispiel: CHF 150 pro Stunde

Ausgangslage: Kundensatz CHF 150 pro Stunde, 100 % Pensum mit 182 verrechenbaren Stunden im Monat (42 Stunden × 52 Wochen ÷ 12, Ferien und Feiertage als Zuschläge im Bruttolohn), Mann, 35 bis 44 Jahre, Bürotätigkeit, Pensionskassen-Paket Grade 1, Gebühr CHF 6 pro Einsatzstunde. Werte gerundet, Sätze 2026 aus dem Lohnrechner.

PositionCHF pro Monat
Kundensatz (150 × 182 h)27’300
Payrolling-Gebühr (6 × 182 h)−1’092
Arbeitgeberbeiträge−2’588
Bruttolohn23’620
Arbeitnehmerbeiträge−1’777
Nettolohn vor Steuern21’843

Rund 80 Prozent des Kundensatzes kommen als Nettolohn an. Die Gebühr von CHF 6 pro Stunde entspricht bei CHF 150 vier Prozent; je höher der Satz, desto kleiner ihr Anteil. Dass das Pensionskassen-Paket den Nettolohn stärker verändert als die Gebühr, zeigt die Seite zu den Payrolling-Kosten am Beispiel von Grade 9. Mit Ihrem eigenen Satz rechnen Sie im Lohnrechner.

Pensionskasse: der grösste Hebel bei hohen Löhnen

Bei IT-Löhnen liegt ein grosser Teil über dem obligatorisch versicherten BVG-Lohn von CHF 90’720 pro Jahr. Welches Paket Sie wählen, entscheidet darüber, ob dieser Teil überhaupt versichert wird:

  • Grade 1 versichert nur den koordinierten Lohn, also den Teil zwischen dem Koordinationsabzug von CHF 26’460 und CHF 90’720. Sparbeitrag im Alter 35 bis 44: je 5 Prozent Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
  • Grade 4 versichert den gesamten Bruttolohn, Sparbeitrag je 10 Prozent.
  • Grade 9 versichert den gesamten Bruttolohn, der Arbeitgeber zahlt den Sparbeitrag von 20 Prozent allein, dazu höhere Risikoleistungen und 90 Prozent Lohnabdeckung bei Krankheit und Unfall.

Alle Pakete laufen bei der Pensionskasse Profond, die 2024 mit 8 Prozent verzinste. Welches Paket zu Ihrer Situation passt, hängt davon ab, ob Sie Vorsorgelücken aus Freelancer-Jahren schliessen wollen und wie viel Netto Sie monatlich brauchen. Die Pakete im Detail stehen unter Versicherungspakete.

Zwischen zwei Projekten

IT-Projekte enden. Beim Payrolling sind Sie dafür besser abgesichert als mit einer eigenen Firma: Sie haben ALV-Beiträge bezahlt und nach mindestens 12 Beitragsmonaten in den letzten 2 Jahren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung von 70 Prozent des versicherten Verdienstes, 80 Prozent mit Unterhaltspflicht. Die Anmeldung beim RAV erfolgt am ersten Tag der Arbeitslosigkeit. Nehmen Sie während dieser Zeit einen tieferen Lohn an, zum Beispiel einen kurzen Einsatz, gilt das als Zwischenverdienst mit Kompensation durch die ALV.

Bei RM Payroll kommt ein Punkt dazu, den andere Payrolling-Anbieter nicht bieten: die Vermittlung ins nächste Projekt über RM IT, mit Rahmenverträgen zu Contracting-Firmen in verschiedenen Branchen. Wie das läuft, steht unter Anschluss nach dem Contract.

Wechsel zum Kunden

Will der Endkunde Sie nach dem Projekt fest anstellen, steht dem rechtlich wenig im Weg. Eine Übernahmeentschädigung darf der Verleihvertrag nur vorsehen, solange der Einsatz weniger als 3 Monate gedauert hat (Art. 22 Abs. 3 AVG); Konkurrenzverbote, die den Wechsel verhindern, sind nichtig (Art. 19 Abs. 5 AVG). Läuft Ihr Projekt über eine Contracting-Firma, kann deren Vertrag mit dem Endkunden eigene Regeln enthalten; das ist eine Frage zwischen diesen beiden Parteien. Den Ablauf eines Übertritts beschreibt die Seite Vom Contractor zur Festanstellung.

Der nächste Schritt

Wenn Sie ein Projekt in Aussicht haben, prüfen Sie zuerst im Lohnrechner, was bei Ihrem Satz netto bleibt und wie sich die drei Pakete auswirken. Danach reicht die Online-Registrierung; den Einsatzvertrag mit Ihrem Kunden oder Ihrer Contracting-Firma bereitet RM Payroll vor. Alles Weitere zur Anstellung finden Sie unter Für Contractors.

Quellen

Zahlen, Sätze und Rechtsaussagen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Rechenbeispiele und Sätze 2026 basieren auf dem Lohnrechner von RM Payroll; alles andere auf den genannten Gesetzen, Behörden und Verbänden. Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026.

  1. GAV Personalverleih, Lohnschwelle und Geltungsbereich (tempservice.ch)
  2. Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVG), Art. 19 und 22 (fedlex.admin.ch)
  3. Obligationenrecht (OR), Art. 335c Kündigungsfristen (fedlex.admin.ch)
  4. Lohnrechner RM Payroll (Sätze 2026)

Häufige Fragen

Payrolling-Wissen: kurz beantwortet.

Mein Projekt kommt über eine Contracting-Firma. Wer schliesst den Einsatzvertrag?

Der Payrolling-Anbieter schliesst den Einsatzvertrag mit der Partei, die Ihre Stunden bezahlt. Kommt das Projekt über eine Contracting-Firma oder einen Vermittler, ist das in der Regel diese Firma, nicht der Endkunde. RM Payroll hat über RM IT Rahmenverträge mit Firmen, die Contracting anbieten, so dass Vertrag und Abrechnung nach einem bekannten Muster laufen.

Mein Stundensatz liegt über CHF 62.55 Basislohn. Was ändert sich?

Sie fallen aus dem GAV Personalverleih heraus und werden nach Obligationenrecht abgerechnet. Der Weiterbildungs- und Vollzugsbeitrag entfällt, Kündigungsfristen richten sich nach OR Art. 335c oder nach Vertrag. Sozialversicherungen, Unfallversicherung und Pensionskasse bleiben gleich. Bei RM Payroll liegt rund die Hälfte der Mitarbeitenden über dieser Grenze.

Wie läuft die Zeiterfassung beim Payrolling für IT-Contractor?

Sie erfassen Ihre Stunden beim Kunden oder im System der Contracting-Firma, lassen das Timesheet freigeben und laden es monatlich im Portal MyAbacus hoch, als PDF, Excel oder Foto. Der Lohn wird 1 bis 3 Tage nach Eingang der freigegebenen Zeiterfassung ausbezahlt, unabhängig davon, wann der Kunde die Rechnung begleicht.

Was passiert, wenn das Projekt endet?

Der Einsatzvertrag läuft aus oder wird gekündigt, der Arbeitsvertrag mit dem Verleiher ebenfalls. Weil Sie ALV-Beiträge bezahlt haben, besteht nach mindestens 12 Beitragsmonaten Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. RM Payroll vermittelt über RM IT ins nächste Projekt. Ein Restferiensaldo wird am Ende der Anstellung als zusätzlicher Lohn ausbezahlt.

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